Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung

Hohe psychische Belastungen und ihre negativen Folgen finden sich in vielen Berufen und Branchen – Nicht nur im Büro. Foto: Rido/fotolia.com

Hohe psychische Belastungen und ihre negativen Folgen finden sich in vielen Berufen und Branchen – Nicht nur im Büro.  Foto: Rido/fotolia.com

Seit 2013 verpflichtet das Arbeitsschutzgesetz die Arbeitgeber ausdrücklich die Gefährdung der Beschäftigten durch psychische Belastungen bei der Arbeit zu beurteilen. Diese Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung kann mit verschiedenen Methoden durchgeführt werden.

Wir haben uns auf die Online-Mitarbeiterbefragung spezialisiert, die ein standardisiertes Instrument und organisationspezifische Themen umfasst. Zudem entwickeln wir das Konzept zur Planung und Organisation der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung.

Die Ergänzung des Arbeitsschutzgesetztes 2013 in Paragraf 5, Absatz 3, um den Punkt »psychischen Belastungen bei der Arbeit« als Quelle einer möglichen Gefährdung der Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten verdeutlicht deren Wichtigkeit für den Gesetzgeber.

Eine solche Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung war zwar bereits mit Verabschiedung des Arbeitsschutzgesetzes 1996 notwendig, sofern Hinweise vorlagen, doch insbesondere durch den Wandel der Arbeitswelt und die ausdrückliche Nennung im Gesetz rückt das Thema in das Blickfeld der Personalverantwortlichen. Unabhängig von der gesetzlichen Pflicht ist es für Unternehmungen und Verwaltungen in Zeiten des Wettbewerbs um qualifizierte Kräfte zudem von Vorteil, die psychischen Belastungen eines Arbeitsplatzes zu berücksichtigen.

Zu diesen psychischen Belastungen für Führungskräfte und Mitarbeiter zählt ein wachsender Termin – und Leistungsdruck, häufige Störungen und Unterbrechungen und steigendende kommunikativ-emotionalen Anforderungen. Ob diese und andere Arbeitsmerkmale jedoch eine gesundheitsgefährdende psychische Belastung darstellen, ist die Frage.

Denn psychische Belastungen sind nicht per se schlecht, sondern haben auch positive Wirkungen auf das Gehirn und den Körper, wie das Erlernen neuer Tätigkeiten (ähnlich wie ein Muskel, der durch eine bestimmte körperliche Belastung wächst, bei zu großer reißt und bei zu geringer schwächer wird).

Die Frage nach den negativen Wirkungen klärt die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung in einem Prozess. Zu Beginn werden die Tätigkeiten bzw. Bereiche der Gefährdungsbeurteilung festgelegt, die mit der Arbeit verbundene psychische Belastung wird ermittelt und es wird beurteilt, ob hinsichtlich der Ergebnisse Maßnahmen des Arbeitsschutzes notwendig sind.

Diese Ermittlung und Beurteilung der psychischen Belastung kann mit verschiedenen Methoden durchgeführt werden, von denen die Mitarbeiterbefragung, die Beobachtung bzw. das Beobachtungsinterview und moderierte Workshops in der Praxis am meisten genutzt werden.

Unsere Spezialität hierbei ist die Online-Mitarbeiterbefragung mit einem erprobten und standardisierten Fragebogen. Dieser ist relativ kurz und kann durch Ihre individuellen Fragen und zusätzliche Skalen (z.B. zur psychischen Beanspruchung und deren Folgen) erweitert werden. Zusätzlich führen wir Gruppen- bzw. Einzel-Interviews oder Workshops durch, um die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung zu ergänzen und zu vertiefen.

Weiter entwickeln wir vorab das auf Ihre Organisation zugeschnittenes Konzept zur Planung und Organisation der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung, das vor allem folgende Punkte enthält: Basisqualifizierung, Schaffung von Strukturen und Ressourcen, Durchführung, Erprobung und Anpassung der Durchführung, Transfer in die Arbeitsschutzpraxis.

Dieser Ansatz unterscheidet unser Vorgehen von anderen, und es wird somit der Forderung des Arbeitsschutzgesetzes und den Hinweisen zur Gefährdungsbeurteilung gerecht, diese an die individuelle Situation der Organisation anzupassen.

Sie haben eine Frage? Gerne! Rufen Sie uns einfach an oder schreiben Sie uns eine Nachricht.

Weiterführende Informationen
Thema: Psychische Anforderungen der Arbeit
Projektbeispiel: Online-Mitarbeiterbefragung für ein Finanzunternehmen
Artikel: Praxisbeispiel: Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung in einer Klinik 

 

Hinweis:
Methodisch und inhaltlich setzt sich unser Inhaber Stefan Klemens bereits 2001 während seiner Tätigkeit als studentische Hilfskraft mit dem Thema »Psychische Belastung bei der Arbeit« auseinander. 2002 untersuchte er für seine Diplomarbeit die psychischen Belastungen von Teamleitern in Call Centern. 2002 bis 2005 analysierte er für die Techniker Krankenkasse als Mitarbeiter der Universität Wuppertal die psychischen Anforderungen, Belastungen und Ressourcen in einer Reihe von IT-Unternehmen. Danach folgten freiberufliche Projekte zum Thema psychische Belastung.

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