Ergänzung zur Studie: Wie hängen psychologische Aufgabenmerkmale und betriebswirtschaftliche Kennzahlen zusammen?

Die Partizipationsmöglichkeit ist eine wichtiger Faktor, der Leistung und Wohlbefinden von Mitarbeiter fördert – Und auch mit Gewinn und Umsatz zusammenhängt. Foto: pressmaster – Fotolia.com

Lieber Gast!

Manchmal wird Psychologie noch als Fach wahrgenommen, in denen Zahlen nichts verloren haben. Wer das Studium absolviert hat, weiß es besser, da Methoden und Statistik nicht nur zentrale Fächer sind, sondern auch in jeder Abschlussarbeit verwendet werden.

Und auch im Beruf basieren Entscheidungen unter anderem auf den Ergebnissen psychologischer Analyseverfahren und Diagnostik wie zum Beispiel Fragebogen, Interview, Test, psychophysiologischen Methoden oder modernen Ansätzen (z.B. Analyse von Verhaltensspuren im Internet, Textanalyse).

Eine fast klassische Studie zur Frage, wie psychologische Arbeitsmerkmale mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen zusammenhängen, hat Mirko Degener 2004 als Doktorarbeit an der Uni Potsdam vorgelegt.

Der Wegbereiter: Eberhard Ulich

Einer seiner Gutachter ist der wohl bekannteste deutschsprachige Arbeitspsychologe Eberhard Ulich (*1929), der lange Jahre an der ETH Zürich tätig war und mit seinem Team vom Institut für Arbeitsforschung und Organisationsberatung seit 1997 zahlreiche Praxisprojekte durchgeführt hat, um sowohl die Leistung als auch das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu fördern. (Hier geht es zum iafob deutschland)

Die Verdienste von Prof. Dr. Dr. h.c. Eberhard Ulich über 60 Jahre zur Arbeitspsychologie und zum Thema Arbeit und Gesundheit sind einzigartig, wie sein gesamtes Wirken und Werk zeigen.

Während meiner Zeit an der Uni Wuppertal von 2001 bis 2005 bei Rainer Wieland traf ich Herrn Ulich mehrmals persönlich und es freute mich sehr, dass einige Ergebnisse unsere IT-Studie Eingang in sein Buch „Gesundheitsmanagement in Unternehmen: Arbeitspsychologische Perspektiven“ fanden (Herr Ulich schrieb es zusammen mit Marc Wülser; die 6. Ausgabe erschien Ende 2014).

Die wachsende Bedeutung der Arbeitspsychologie

Arbeitspsychologische Konzepte, Analysemethoden und Gestaltungsansätze gewinnen heute in Zeiten von New Work, agiler Methoden, Open Office und Digitalisierung sowie psychischer Belastung bei der Arbeit immer mehr an Bedeutung.

Denn sie beinhalten empirisch bestätigte Modelle, fundierte Ergebnisse und methodische Werkzeuge, um z.B. die Wirksamkeit von arbeits- und organisationsbezogenen Veränderungen zu messen.

Welche ausgewählten Ergebnisse bei einem solchen Projekt entstehen können, zeigt nun die umfangreiche Studie von Degener, in der die Daten von 28 kleinen und mittelständischen IT-Unternehmen mit 2.856 Mitarbeitern einflossen. Eine Auswahl und Beschreibung zentraler Ergebnisse der Studie finden Sie in diesem Blogbeitrag.

Fazit

Wie gute Arbeit und New Work gestaltet werden sollten, damit die Mitarbeiter ihre Leistungsmöglichkeiten ausschöpfen und sich wohlfühlen, dafür gibt es eine Reihe von Hinweisen. Und eine solche Arbeitsgestaltung hängt auch mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen wie Gewinn oder Krankenstand zusammen.

Sie haben eine Frage? Gerne! Kontaktieren Sie mich einfach.

Mit besten Grüßen, Stefan Klemens

 


Literaturhinweise

iafob (Hrsg.). (2016). Unternehmensgestaltung im Spannungsfeld von Stabilität und Wandel: Neue Erfahrungen und Erkenntnisse – Band II. Zürich: vdf. Link

iafob (Hrsg.). (2008). Unternehmensgestaltung im Spannungsfeld von Stabilität und Wandel: Ein Buch des iafob zum 10-jährigen Jubiläum – Band I. Zürich: vdf. Link

Rainer Wieland, Stefan Klemens, Karin Scherrer, Elke Timm unter Mitarbeit von Jarek Krajewski (2004). Moderne IT-Arbeitswelt gestalten. Anforderungen, Belastungen und Ressourcen in der IT-Branche. Abschlussbericht des Projekts ITmobil. Hamburg: Techniker Krankenkasse und Wuppertal: Kompetenzzentrum für Fortbildung und Arbeitsgestaltung an der Universität Wuppertal. [Hinweis: Zusendung auf Anfrage oder Suche bei Google]

Comments are closed